Fast hätte ich glatt am Jahresende noch vergessen darüber zu schreiben, was ich mir als Ex-Redakteur des großartigen 64′er-Magazins nie verziehen hätte: der Commodore 64
, unser liebster Brotkasten, wurde im August diesen Jahres 25 Jahre alt - Congratulations (1, 2).

Ich weiss nicht, wie viele von euch da draussen genauso wie ich mit dieser liebenswerten Kiste das Computern so richtig begonnen hatten, aber schön war die Zeit allemal (Ok, der erste war ein PET
, aber zählt das wirklich?). Damals konnte man noch nach Herzenslust Assembler programmieren, kannte seine Kiste in- und auswendig, wusste genau, was jeder namentlich bekannte Chip wie z.B. SID oder VIC im grauen, wohlgeformten Brotkasten-Gehäuse genau tat und konnte sogar mit etwas Finesse die logischen Schaltungen in den Chips genau verfolgen - Dinge, die heute nicht mehr denkbar sind. Du kaufst eine Grafikkarte oder einen Firewire-Extender, steckst das Ding in das Motherboard und gut isses. Kein Bedarf mehr, zu verstehen, was in der Kiste vor sich geht, dahin sind die Zeiten, wo Du noch mit Peek und Poke mit jedem Bit im 64 KB großen Speicher auf Du und Du warst…
Ja, und dann die endlosen Abtipp-Orgien, als man die Listings, die wir jeden Monat veröffentlichten, in mühsamer Handarbeit stunden- und tagelang einhackte, um sie dann - sofern man sich das zusätzliche Equipment leisten konnte - in quälender Langsamkeit auf die 1530er-Datasette zu speichern - Floppy war ja erst mal noch nicht. Und später dann die Erlösung: Load “*”,8,1 und alles war gut, die Bits rauschten nur so vom 1541er-Floppylaufwerk (340 KByte Kapazität!) in den Arbeitsspeicher, später massiv beschleunigt durch sog. Turboloader - Betriebssystem-Modifikationen, die man selbst auf EPROM brannte und eigenhändig gegen die Original-Chips austauschte. So mancher C64 blieb dabei wohl auf der Strecke…
Und dann erst das megageile Druckerchen MPS-801 - ein 7-Nadel-Drucker, der unter Vollast die Ohren mächtig strapazierte - öfter mal ein Listing-Ausdruck auf 30 oder mehr Seiten Endlospapier hatte eine Verbannung in den Keller oder gleich in die Garage zur Folge…
Mann, da komme ich wieder so richtig ins Schwärmen - schade, dass ich keinen C64 oder ersatzweise auch SX64/DX64 mehr zu Hause habe, hab’ meine Sammlung damals vorschnell versilbert, heute hätte dieses Urgestein einen Ehrenplatz im Arbeitszimmer, gleich neben der PET-Ruine…
Interessant übrigens auch, wenn man etwas forscht und guckt, was aus den Freaks der damaligen Zeit heute geworden ist - ich denke dabei nur an so besondere Autoren und Zulieferer wie das Soundgenie Chris Hülsbeck oder den GigaCAD 3D-Enthusiasten Stefan Vilsmeier (Super-Karriere übrigens)… Greetings an alle damaligen Writer, Programmer und Kollegen, war ‘ne tolle Zeit.
Also, C64, alles Gute zu deinem 25. Ehrenjahr und mögen auch noch andere deiner Gedenken… (-> C64@Google).
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